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Buchbeilage Literatur-Tipps Umgang mit Trauer, Loslassen und Neuanfang, Respekt und Achtsamkeit, Glück und gute Gefühle
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Achtsamkeit in der Partnerschaft

Was dem Zusammenleben Tiefe gibt

Achtsamkeit zu üben bedeutet, wieder im Fluss des gemeinsamen Lebens anzukommen. Hans Jellouschek hat dies für das partnerschaftliche Zusammenleben nutzbar gemacht. Mit vielen praktischen Übungsanleitungen und Beispielen aus der Beratungspraxis zeigt er, wie diese Kunst zu üben und zu pflegen ist. Ein völlig neuer Zugang, der in die tiefere Dimension der Beziehung führt.

Der Weg entsteht unter deinen Füßen

Achtsamkeit und Mitgefühl in Übergängen und Lebenskrisen

Achtsamkeit mit sich selbst und in Hinblick auf die Welt um uns herum: Diese Haltung hilft, den eigenen Weg zu finden und gerade auch in Krisen und Übergängen Selbstvertrauen zu entwickeln, Vertrauen zu anderen zu gewinnen, Grenzen nicht zu überschreiten und selber Grenzen zu setzen.

Psyche im Kino

Wie Filme uns helfen, psychische Störungen zu verstehen
Von Wedding, DannyBoyd, Mary A.Niemiec, Ryan M.Hornung, Cathrine
  • Aus dem Amerikanischen übersetzt und bearbeitet von Cathrine Hornung
  • 2011
  • 485 Seiten
  • 24 cm
  • Kartoniert/Broschiert
  • Titel-Nr.: 9783456848846
  • Huber
  • lieferbar
39,95 EUR

Spannend und praxisnah werden in diesem Buch psychische Störungen anhand von Filmen veranschaulicht. Geschrieben von erfahrenen Klinikern und Dozenten, ist das Buch für die Lehre ebenso geeignet wie für Filmliebhaber, die sich für den realen Hintergrund filmischer Fantasien interessieren.

Filme gehören zu den einflussreichsten rhetorischen und emotionsbildenden Instrumenten überhaupt: Sie können uns in einen Zustand der Angst, Wut, Traurigkeit, Schwärmerei, Begierde oder der ästhetischen Ekstase versetzen. Für viele ist das, was sie im Film erleben, der emotionale Höhepunkt einer gewöhnlichen Woche, die vorübergehende Flucht aus dem grauen Alltag.

Dieses Buch zeigt, das Filme auch für die psychologische Ausbildung dienen können. Es eröffnet Studierenden und Dozenten, aber auch interessierten Laien einen fachlich-rationalen, an den Diagnosekriterien von ICD-10 und DSM-IV orientierten, und zugleich emotionalen Zugang zu den dargestellten Psychopathologien. Was vielen sonst eher als trockener Lernstoff erscheint, wird aufgelockert und der Lerneffekt verbessert.

Rezension aus Psychologie Heute

Psychiatrie trifft Kino
Die Autoren wollen psychische Störungen anhand von Filmen veranschaulichen. Doch ihr psychiatrisches Diagnoseraster führt zu einer Trivialisierung der Diagnosen – und der Filme

Filme „sind ein äußerst effektives Medium, um Studierenden (der Psycholo-gie, Sozialpädagogik, Medizin und Pflege, aber auch der Literatur- und Medienwissenschaften) den Zugang zur Psychopathologie zu erleichtern, Patienten zu inspirieren und interessierte Laien in die faszinierende Welt der psychischen Störungen einzuführen“, schreiben die drei nordamerikanischen Psychotherapeuten in ihrem Vorwort. Was einfach klingt, ist kompliziert.
Gut 1500 Filme der internationalen Kinoproduktion – eine ordentliche Auswahl, die auch das europäische Kino berücksichtigt – haben die drei Autoren durchgearbeitet. Die seelischen Störungen der Leinwandprotagonisten haben sie mithilfe des diagnostischen Klassi-fikationssystems der nordamerikanischen psychiatrischen Vereinigung – des DSM-IV-TR – sortiert und aufgelistet. Das DSM-IV-TR ist ein aufwendiges Instrument – wie das Klassifikationssystem des ICD-10 der WHO – zur zügigen Verschlüsselung symptomorientierter, beschreibender Diagnosen.
Nehmen wir das Beispiel, mit dem die drei Autoren die psychiatrische Diagnose einer dissoziativen Identitätsstörung zu erläutern versuchen – mit Alfred Hitchcocks Psycho und dessen Protagonisten Norman Bates (Anthony Perkins) aus dem Jahr 1960. Eine dissoziative Störung diagnostiziert den dysfunktionalen Wechsel beunruhigender, nicht integrierter psychischer Verfassungen. Norman Bates, wie wir am Ende des Films vom Psychiater erfahren, war einmal der scheue junge Mann, das andere Mal der mit seiner Mutter identifizierte gewalttätige Mann. Wie wurde er zum Mörder? Diese Frage beantwortet die Diagnose einer dissoziativen Störung nicht. Zudem war Alfred Hitchcock an einer differenzierten Darstellung der Pathologie seines Protagonisten gar nicht interessiert. Psycho war seiner Auskunft nach sein Spiel mit den Kinogängern. Er labilisierte, erschütterte und erschöpfte sie und entließ sie mit angekauten Fingernägeln ins Freie. Zum Nachdenken war man gar nicht gekommen. Psycho ist der Film der düsteren Weltsicht Alfred Hitchcocks. Er ist jedoch kein Film, der ein rasches Ver-ständnis einer mörderischen Pathologie gestattet. Alfred Hitchcocks Thriller ist ein typisches Beispiel für das Vorgehen der Autoren, die mit ihrem psychiatri-schen Diagnoseraster, das sie auf die Kinofiguren legen, die Intention und den Charakter vieler Filme verfehlen – und so die Filme und die Diagnosen trivialisieren.
Ein weiteres Beispiel: Frank Abagnales (Leonardo DiCaprio) antisoziale Persönlichkeitsstörung, die die Autoren dem Protagonisten des Steven-Spielberg-Films Catch Me If You Can (2002) attestieren, erfasst nicht seine schwere, gut beschriebene Traumatisierung, die er mit seiner Hochstapelei zu kompensieren versucht. David Cronenbergs Spider (2002) kennzeichnen sie als „eine gute Darstellung des desorganisierten Typs von Schizophrenie“. Das ist nicht falsch, aber ungenau; denn der Film ist der äußerst irritierende Versuch, den Kinogänger in die chaotische, psychotische Welt von Dennis Cleg (Ralph Fiennes) zu verwickeln, aus der es keinen Ausweg gibt.
Die psychiatrische Klassifikation und die filmische Erzählung vollziehen unterschiedliche Bewegungen: Eine Diagnose markiert die unscharfe Grenze von Gesundheit und Krankheit, stiftet damit eine Ordnung und reduziert die Komplexität von Wirklichkeit. Die Kunst des Kinos besteht darin, in der Begegnung mit den Filmfiguren und in den dabei entstehenden Beziehungen den Kinogänger mit deren Welt so in Kontakt zu bringen, dass die eigene Auffassung von Wirklichkeit labilisiert oder irritiert wird; die filmische Erzählung erhöht die Komplexität. Die Autoren sehen diesen Widerspruch nicht. In ihrer lexikalisch orientierten, ambitionierten Arbeit fungieren die Filme als diagnostische Illustrationen: Auflistung der Diagnosen, Zuordnung repräsentativer Kinofilme mit diagnostischen Arbeitsmaterialien wie für ein Fallseminar, Register psychiatrisch relevanter Filme. Das ist zu wenig, um seelische Erkrankungen zu verstehen, und das Kino als Ort der Selbsterfahrung und Selbsterweiterung wird unterschätzt. 

Rezensent: Gerhard Bliersbach, Psychologie Heute

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