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Scham

Die politische Kraft eines unterschätzten Gefühls
Von Jacquet, Jennifer
  • 2015. 208 Seiten
  • Gebunden
  • Titel-Nr.: 9783100359025
  • Fischer (S.), Frankfurt
  • lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
18,99 EUR
Cover

Schämt euch und verändert die Welt!

Wieder mit Plastiktüten nach Hause gekommen? Das Billig-T-Shirt aus dem Discounter war einfach zu günstig? Schon wieder Essensreste weggeworfen? Es gibt viele Gründe, sich zu schämen. Und ebenso viele Gründe, endlich etwas zu ändern. Die Umweltwissenschaftlerin Jennifer Jacquet untersucht, inwiefern das Schamgefühl unser gesellschaftliches Miteinander bestimmt. Spannend und leicht verständlich erklärt sie die Ursprünge und die Evolution dieses für uns alle prägenden Gefühls.

Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns schämen denn mit der Scham kommt die Erkenntnis. So entsteht ein brillanter Gegenentwurf zu allen bisherigen Einschätzungen dieses uralten Begleiters: Jacquet zeigt, wie wir über das Schamgefühl gesteuert werden und es als politisches Werkzeug für eine bessere Welt benutzen können. Ein äußerst kluges und provozierendes Buch einer der interessantesten jungen Wissenschaftlerinnen unserer Zeit.

Rezension aus Psychologie Heute

Schämt euch!

Schon wieder nach einer Plastiktüte gegriffen? Wer die Welt verbessern will, sollte sich die Scham zunutze machen, sagt Jennifer Jacquet Eine Vorliebe für Thunfischsandwiches führte Jennifer Jacquet zu ihrem ungewöhnlichen Mix der Forschungsfelder Fischerei, Kooperation und Scham – und war letztlich Auslöser für dieses engagierte Buch. Als Neunjährige sah sie Bilder von Delfinen, die durch Thunfischfang qualvoll getötet wurden. Damals habe sie dafür gesorgt, dass ihre Familie nur noch Thunfisch mit dem Siegel „delfinfrei“ kaufte. Heute ist sie überzeugt, dass „schuld-bewusster“ Konsum nichts bringt. Es werde zwar gern von der Macht der Konsumenten gesprochen, doch deren Verhaltensänderung etwa beim Thunfischkauf habe prinzipiell nichts an den Praktiken der Fischerei geändert.

Ob Überfischung der Weltmeere oder Klimaschutzmaßnahmen – seit Jahren ist klar, was zu tun wäre für eine bessere Welt, aber es bewegt sich nichts. Was hält Staaten, Unternehmen, Einzelne davon ab, zum Wohl der Gemeinschaft das Naheliegende zu tun – oder zu lassen? Jacquet analysierte Studien und führte selbst Experimente zum Thema Kooperation durch. Die zentralen Erkenntnisse überraschen nicht: Einzelne können eine Gruppe sprengen, Trittbrettfahrer und Parasiten rufen negative Emotionen hervor, aber Fehlverhalten steckt an. Außerdem fand Jacquet heraus, dass finanzielle Anreize oder Strafen nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis bringen.

Das zeigt auch ein Versuch mit zehn israelischen Kindertagesstätten. Manche Eltern holten ihre Kinder einfach nicht pünktlich ab, die Forscher sollten eine Lösung finden. In fünf Einrichtungen legten diese eine Geldstrafe pro Zuspätkommen und Kind fest. Doch die Reaktion fiel unerwartet aus: Die Zahl der unpünktlichen Eltern stieg weiter an und blieb hoch, auch als die Sanktion wieder abgeschafft wurde. Das marktwirtschaftliche Vorgehen hatte offenbar die Norm verändert: Die Geldstrafe war von den Eltern wohl als eine Art Abbezahlung der Schuld aufgefasst worden. Nur wenn der eigene Ruf und damit die Identität gravierend Schaden nehmen könnte, sind Privatpersonen wie Unternehmen auch gegen eigene Interessen zum Handeln bereit.

Ein Beispiel zum Thema Steuerhinterziehung illustriert das besonders deutlich: Der Bundesstaat Kalifornien drohte im Jahr 2007, eine Liste der 500 größten Steuersünder zu veröffentlichen. Auf diese Ankündigung hin zahlten die allermeisten sofort. Die Aktion brachte knapp 400 Millionen Dollar in die Kasse und wurde von anderen Staaten übernommen. Auch in diesem Fall waren nicht Geldstrafen oder Schuldgefühle das Mittel zum Erfolg, sondern „die Furcht vor Beschämung“, unterstreicht die Autorin. Beschämung kann die Kooperation sichern. Dass man dabei an den Normen drehen und so das Verhalten beeinflussen kann, zeigt Jacquet am Beispiel Organspende: 99 Prozent der Österreicher haben einen Organspendeausweis. Wer dies nicht will, muss sich aktiv dagegen aussprechen. In Deutschland tragen nur zwölf Prozent einen Ausweis, bei uns muss man sich aktiv dafür aussprechen.

Verantwortungsbewusste Führungspersonen können also wesentlich dazu beitragen, wie eine Gemeinschaft tickt – Jennifer Jacquet gibt ihnen „sieben Wege der effektiven Beschämung“ an die Hand. Die Anleitung beginnt damit, dass der Regelverstoß die „angesprochene Öffentlichkeit betreffen sollte“ und „absehbar nicht juristisch belangt werden“ wird. Außerdem „sollte der Täter unbedingt der Gruppe angehören, die ihn bloßstellt“, und die Beschämung selbst sollte durch eine anerkannte Instanz erfolgen und gewissenhaft umgesetzt werden. Dabei mahnt die Autorin, maßvoll mit diesem Instrument umzugehen. Die Beschämung sollte sich nicht gegen Ausgegrenzte richten und „in erster Linie schlechte Praktiken brandmarken und nicht einzelne Personen“. All das könnte funktionieren.

Beschämung in Form von Bloßstellung ist eine machtvolle Strafe, die ins Mark trifft, denn sie beschädigt den Ruf oder die Identität. Umfragen zeigten der Forscherin, dass das Internet ein guter Ort dafür sei. So eingesetzt, könnte das alte Gefühl ungeahnte Wirkung entfalten. Die digitale Beschämung, eine Art Schandpfahl 3.0, wäre fraglos viral – müsste allerdings moderiert und kontrolliert werden. Jacquet will Lösungen aufzeigen, denn sie sieht ein neues Weltzeitalter anbrechen, das dringend neue Regeln braucht. Man kann dieses anregende, informative und kurzweilig geschriebene Buch durchaus als Anleitung lesen, sich die Verbraucherwürde zurückzuholen.

- Von Sylvia Meise

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