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Eine Polin für Oma

Der Pflege-Notstand in unseren Familien
Von Haffert, Ingeborg
  • 2014. 256 Seiten 205 mm
  • Kartoniert/Broschiert
  • Titel-Nr.: 9783430201667
  • Econ
  • lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
16,99 EUR

Immer mehr Angehörige wissen sich nicht anders zu helfen und heuern für ihre alten Eltern eine Pflegekraft aus Osteuropa an. Die Pflegekräfte arbeiten rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, für 1000 Euro im Monat. Mehr als 100.000 Pflegebedürftige werden so bereits betreut, Tendenz steigend. Ingeborg Haffert schildert die Not von Angehörigen und die enorme Belastung der Pflegekräfte. Sie berichtet von Arbeitsbedingungen in einer rechtlichen Grauzone, von Missverständnissen zwischen Pflegenden und Angehörigen, von Sprachbarrieren, Druck und Einsamkeit. Das Buch benennt offen Probleme, die häufig verschwiegen werden. Und es leistet konkrete Hilfestellung, wie wir die Pflege unserer Eltern menschenwürdig organisieren, ohne uns dauerhaft zu überfordern.

Autorenportrait:
Ingeborg Haffert, geboren 1960, ist Redakteurin und Reporterin beim ARD-Morgenmagazin. Zuvor hat sie in der WDR-Wirtschaftsredaktion und im ARD-Studio Brüssel gearbeitet.

Rezension:
Es ist die besondere Stärke Hafferts, dass sie an Beispielen sachlich und ohne falsches Pathos die Not schildert, aus der heraus Angehörige sich an Pflegeagenturen wenden. ( ) Was Betroffene auf den 250 Seiten berichten, wird auch Hartgesottenen die Tränen in die Augen treiben. , Handelsblatt, Peter Thelen, 24.10.2014

Rezension aus Psychologie Heute

Nomadinnen aus Not

Viele Angehörige stellen für ihre alten Eltern osteuropäische Pflegekräfte ein. Deren Arbeits- und Lebensbedingungen sind häufig unzumutbar

Ein Sturz oder ein Schlaganfall kann alles verändern. Plötzlich ist Vater oder Mutter pflegebedürftig, müssen in kürzester Zeit weitreichende Entscheidungen getroffen werden. Obwohl das Ereignis eigentlich vorhersehbar war, ist die Familie schockiert. Versucht sie in dieser Notsituation den Wunsch der Eltern, zu Hause zu bleiben, mit einer bezahlbaren Vollzeitpflege in Einklang zu bringen, dann heißt die Entscheidung häufig: Eine Polin für Oma.

Die Rechnung scheint überzeugend: Für eine Vollzeitpflege zu Hause müssten an die 10 000 Euro monatlich angesetzt werden, für eine polnische Rundumpflege fallen etwa 2000 Euro an, so Ingeborg Haffert, eine Fernsehjournalistin. Das Geld wird an eine Agentur gezahlt, die Pflegekräfte, viele aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, verdienen weit weniger.

Die Autorin hat mit den deutschen Auftraggebern gesprochen – das sind häufig die Töchter – und mit Pflegebedürftigen. Im Zentrum ihres Buches stehen jedoch die Berichte über Leben und Arbeit von 30 polnischen Pflegekräften, darunter zwei Männer. Gelegentlich fließen Expertenwissen und Studienergebnisse in den Report mit ein. Ein Ratgeberteil über die verschiedenen Vertragsverhältnisse und mit vielen nützlichen Tipps ergänzt die Berichte.

Erstaunlich ist, dass die Pflegekräfte durchweg gut ausgebildet sind, viele von ihnen haben ein Studium absolviert. Altenpflegerinnen sind nicht dabei. Fast alle kamen mit rudimentären Sprachkenntnissen nach Deutschland. Für gute Deutschkenntnisse verlangen die Agenturen Aufschläge.

Die polnischen Pflegekräfte berichten von permanenter Überforderung, Einsamkeit, fehlenden Sozialkontakten, aber auch von Ängsten um den Arbeitsplatz. Beim Verdienst in Polen – eine Frau gibt an, dass sie dort 170 Euro als Sekretärin verdient hat – verhungert man nicht, es reicht aber nicht für eine Ausbildung der Kinder. So sind es immer wirtschaftliche Notwendigkeiten, die vor allem Frauen zu „Nomadinnen aus Not“ machen. Die meisten sind transnationale Mütter, die in den wenigen freien Minuten per Computer Hausaufgaben betreuen oder per Telefon die kranken Eltern in Polen trösten.

Kaum jemand interessiert sich für sie. Die Autorin beschreibt, dass die Frauen in Tränen ausbrechen, wenn sie direkt nach ihrem Befinden gefragt werden. „Dafür hat sich hier noch niemand interessiert“, hörte sie immer wieder.

Viele Pflegebedürftige sind zunächst nicht von einer Pflegekraft aus Polen begeistert. Nicht nur, dass plötzlich eine völlig fremde Frau im Haus ist, die sie nicht verstehen. Die Autorin berichtet auch von latentem Rassismus, denn „das Polenbild der Kriegsgeneration ist bis heute von hartnäckigen Vorurteilen und Klischees geprägt“. Den Kindern sei das Verhalten der Eltern oft peinlich.

Es sei nicht einfach herauszufinden, was eine Pflegekraft verdient. Sie würden mit Agenturverträgen geknebelt, die ihnen vorschrieben, über Lohn und Arbeits- bedingungen zu schweigen. Deutsche Auftraggeber bevorzugten jedoch die Vermittlung über Agenturen, weil diese im Konfliktfall schnell eine neue Pflegekraft besorgten. Die Agenturen verdienten das große Geld. Ihre Verträge basierten auf EU-Recht, das kreativ ausgelegt werde. „Der 24-Stunden-Job ist nur möglich, weil durch die Entsendung das deutsche Arbeitszeitgesetz ungültig wird.“ Für die bloße Vermittlung berechneten Agenturen meist eine Gebühr zwischen 300 und 600 Euro – pro Monat. Erschreckend sei, dass viele Pflegekräfte noch immer schwarzarbeiteten. Die beste Lösung, das Engagieren einer Haushaltshilfe zu hier üblichen Arbeitszeiten, werde selten gewählt.

Warum schreit niemand auf angesichts dieser unzumutbaren Arbeits- und Lebensbedingungen? Ängste und in der Folge die Verdrängung des eigenen Älterwerdens seien Gründe, weshalb wir uns nicht frühzeitig mit Pflegebedürftigkeit auseinandersetzen und „ein so virulentes gesellschaftliches Thema ein solch erschreckendes Schattendasein führt“. Experten schätzen, dass zwischen 200 000 und 500 000 Pflegekräfte aus Osteuropa hier arbeiten. Keine Behörde könne verlässliche Daten liefern, so die Autorin.

Weder der deutsche Staat, der offenbar die Pflegekassen schonen will, noch der polnische, der froh ist, Arbeitslose loszuwerden, hätten ein Interesse daran, dieses System zu ändern.

Pflegenotstand? Das Buch belegt, er ist längst eingetreten. Pflegekollaps? Ja – aber wir schauen nicht hin. Es sind schließlich die Polinnen, die zusammenbrechen. Ein wichtiges, bestürzendes Buch. Auch ein Aufruf an uns Bürger, uns endlich diesem Thema zuzuwenden.

Christine Weber-Herfort, Psychologie Heute

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