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Kindheit ist keine Krankheit

Wie wir unsere Kinder mit Tests und Therapien zu Patienten machen
Von Hauch, MichaelHauch, Regine
  • 2015. 320 Seiten 217 mm
  • Kartoniert/Broschiert
  • Fischer Taschenbücher
  • Titel-Nr.: 9783596032303
  • lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
14,99 EUR
Cover

Ein Kinderarzt gegen Therapiewahn

Dr. med. Michael Hauch, Kinder- und Jugendarzt mit langjähriger Praxiserfahrung, schlägt Alarm: Fragwürdige Diagnosen stellen für unsere Kinder eine akute Gefahr dar. 'Entwicklungsverzögert', 'hyperaktiv', 'sprachgestört': Kinder werden heute schnell als 'auffällig' bezeichnet und in Therapie gesteckt. Kinderarzt Michael Hauch wehrt sich gegen Erzieher, Lehrer und Eltern, die ihn mit ihren laienhaften Diagnosen zum Rezeptautomaten degradieren. Aus langjähriger Praxis-Erfahrung weiß er: Therapien und Medikamente sind in den meisten Fällen überflüssig, sie können sogar nachhaltig schaden. Dagegen möchte er die Eltern stärken, ihren Kindern zu vertrauen und ihnen die Chance zu geben, sich nach ihrem eigenen Entwicklungsplan entfalten zu dürfen. 'Vor 20 Jahren vertrauten Erzieher, Lehrer, Eltern und auch Ärzte noch darauf, dass jedes Kind sein eignes Tempo hatte. Heute gibt es von allen Seiten einen enormen Druck, wenn sich ein Kind nicht genau nach Schema entwickelt. Lassen Sie sich nicht verunsichern, sondern erfahren Sie, was für die Entwicklung Ihres Kindes wirklich wichtig ist.' Ein aufrüttelndes Plädoyer für eine glückliche Kindheit. Ein Buch für starke Eltern und eine vertrauensvolle Erziehung.

Autorenportrait:
Regine Hauch, geboren 1956, arbeitet als freie Journalistin, u.a. für Brigitte , Stern , Handelsblatt , WDR und SWR sowie für den Berufsverband der Kinder und Jugendärzte.

Rezension aus Psychologie Heute

Wie Kinder zu Patienten werden
Viel zu schnell werden Kinder heute als „hyperaktiv“, „entwicklungsverzögert“ oder „sprachgestört“ etikettiert. Drei Bücher fordern: Schluss mit dem Optimierungswahn!


Zu dick, zu dünn? Zu klein, hektisch, ungeschickt? Sobald Eltern das Gefühl haben, ihr Kind entwickle sich nicht wie andere, beginnt die Frage zu rumoren: Ist das normal? So weit, so richtig, denn solche Beobachtungen und Überlegungen gehören zum Elternsein. Nicht gut allerdings ist es, wenn Kinder vorschnell Etiketten wie „gestört“ oder „hyperaktiv“ erhalten. Drei Bücher thematisieren dies in lesenswerter Form mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Das Buch der beiden ZDF-Journalistinnen Beate Frenkel und Astrid Randerath beeindruckt durch umfangreiche, zum Teil investigative Pharmarecherche. Es geht um das systematische Geschäft mit dem Markt Kind. Dazu zählen Antibabypillen, die als Mittel gegen Akne verkauft werden, Brustvergrößerungen für 18-Jährige oder das Geschäft mit Medikamenten gegen ADHS. Die Autorinnen berichten etwa von der Studie einer Krankenkasse, in der auffiel, dass im Raum Würzburg doppelt so viele Jungen und Mädchen an ADHS leiden wie in anderen Teilen Deutschlands. Die Recherche zeigte, dass sich an der Uni Würzburg ein Lehrstuhlinhaber mit den Erfolgen der Medikation bei ADHS befasst – gesponsert vom Hersteller. Seine Absolventen eröffnen in der Umgebung ihre Praxen, die Schulen laden die Ärzte als Referenten zum Thema ADHS für Elternabende ein. Die Meinungsbildner trieben die Fallzahlen nach oben und machten Würzburg so zur ADHS-Hochburg.
In dem Buch Die Kinderkrankmacher kommen verschiedene Experten zu Wort, darunter immer wieder Schulpsychologin Rosemarie Straub. Zur ADHS-Medikation sagt sie: Die Gabe von „Ritalin ist eine Menschenrechtsverletzung“. Gemeint ist das Recht auf Selbstbestimmung. Ein wichtiger Hinweis, denn: Wie sollen Kinder lernen, selbstverantwortlich zu handeln, wenn sie ständig „gedopt“ werden?
Auch in Kindheit ist keine Krankheit geht es unter anderem um ADHS. Der Kinderarzt Michael Hauch hat das Buch gemeinsam mit seiner Frau, der Journalistin Regine Hauch verfasst. Er zitiert eine Studie, nach der heute jeder vierte Junge mindestens einmal in seinem Leben diese Diagnose erhält. Eine andere Erhebung zeige, dass es vor allem die Jüngsten eines Jahrgangs trifft. Der Ton des Buches ist sachlich und informativ. Die Leitfrage lautet: „Wie kann es gelingen, die Probleme der Kinder aus der Medizin zurück in die Familien und die Pädagogik zu bekommen?“ Beiden Bereichen attestiert Hauch die nahezu totale alltagspraktische Überforderung. Das Ergebnis sind Kinder, die ihrerseits überfordert sind.
Der Autor bezieht sehr klar Position gegen vermeintliche Störungen und vorschnelle Medikation oder Therapierung seiner jungen Patienten. Dafür schlüpft er in die Rolle des Aufklärers. Er benennt Mängel von Entwicklungstests, die in Kitas Einzug gehalten haben, beschreibt den stressigen Alltag von Eltern und Pädagogen und zeigt, wie sie sich zusätzlich gegenseitig Druck machen. Da er Kollegen kennt, die übereilt Pillen verschreiben, statt nach Ursachen für Symptome zu suchen und zusammen mit Eltern gute Wege zu finden, plädiert er für eine bessere Ausbildung von Kinderärzten. Dazu warnt er vor den Nebenwirkungen von Diagnosen: „Man soll Kinder nicht in ihre Bestandteile zerlegen“ und bei etwaigen Defiziten „zu reparieren versuchen“. Nicht zuletzt verweist er auf die Gefahr von Stigmatisierung: Die Polizeiausbildung etwa schließt Bewerber mit einer ADHS-Diagnose aus, getreu dem Motto „einmal ADHS, immer ADHS“.
Plakativ ist auch der Titel des Buches Die ADHS-Lüge, in dem ebenfalls ein Kinderarzt sein Praxiswissen zur Verfügung stellt. Wie das Ehepaar Hauch hält auch Richard Saul ADHS für ein Konstrukt. Ein Etikett, das als Entschuldigung dient, wenn etwas nicht klappt. Wie leicht ein Kind Gefahr läuft, eine solche Diagnose durch einen unerfahrenen oder überforderten Arzt zu erhalten, wird deutlich, wenn man sich die von ihm gleich zu Beginn aufgelisteten 18 Symptome durchliest. Fünf davon müssen nach dem umstrittenen diagnostischen Manual DSM-5 zutreffen, um ADHS zu diagnostizieren. So könnte man etwa ein Kind haben, dass sich weigert, Aufgaben zu erledigen, die kontinuierliche geistige Anstrengung erfordern (zum Beispiel Hausaufgaben), nicht auf Details achtet (macht beispielsweise Flüchtigkeitsfehler bei Schularbeiten), sich leicht durch äußere Reize ablenken lässt sowie herumrennt oder klettert, wenn dies nicht als angemessen erachtet wird, oder nicht abwarten kann, bis es an der Reihe ist. Dann kann der Arzt noch drei Kategorien auswählen: „vorwiegend unaufmerksamer“, „vorwiegend hyperaktiv- impulsiver“ oder „Misch-Typus“. Er kenne Kollegen, die stolz seien auf ihre Zwei-Minuten-Checkliste zur Diagnose von ADHS, bemerkt der Autor.
Saul ist ein erfahrener Arzt, der über 5000 Kinder behandelt hat. 1983 hat er in Chicago eine Praxis eröffnet, an die nur ADHS-Fälle überwiesen werden, mit denen andere nicht mehr zurechtkamen. Sein Merksatz: „Behandlung verzögert – Behandlung verwehrt!“ Und darunter läuft für ihn jede Diagnose, die, anstatt nach Ursachen zu suchen, Symptome unter dem Etikett ADHS verbirgt. Er berichtet ausführlich über 16 Fehldiagnosemöglichkeiten und zeigt anhand von Fallbeispielen, wie falsche Diagnosen Kindern das Leben schwergemacht haben. Einer der häufigsten Gründe für ADHS-Symptome sei Kurzsichtigkeit – die Kinder können schlichtweg nicht sehen, was an der Tafel steht. Sie fangen deshalb an herumzuhibbeln und zu stören. Weitere mögliche Gründe sind etwa Hörprobleme, Lernstörungen, Tourette-, Aspergersyndrom oder Hochbegabung.
Alle drei Bücher konfrontieren ihre Leser mit der unbequemen Tatsache, dass die Gesellschaft selbst die Konsequenzen (er)tragen muss, wenn sie ihren Kindern die Möglichkeit verweigert, sich in der in ihnen angelegten Weise zu entfalten. Und alle drei tun dies auf je eigene engagierte Weise. Wer sich in das Problem ADHS und in die kindliche Entwicklung vertiefen will, sollte die Bücher von Saul und Michael und Regine Hauch lesen, allerdings nennen nur Letztere deutsche Statistiken. Wer einen nachdenklichen Blick hinter die Kulissen unserer Gesellschaft werfen will, ist bei Frenkel und Randerath richtig. Am Ende erinnern alle Autoren daran, wie wichtig verlässliche und selbstbewusste Erwachsene für Kinder sind. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Jede gute Beziehung zählt.

- Sylvia Meise, Psychologie Heute

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